Freisprechungsfeier der Schreiner-Innung Sinsheim

Es ging herzlich zu an diesem Freitagabend, als die Schreiner-Innung Sinsheim neun Auszubildende als Gesellen des Schreinerhandwerks verabschiedete.

Ein neuer Abschnitt im Leben der Jugendlichen hat nun begonnen, darüber waren alle Würdenträger an diesem Abend einer Meinung.

Obermeister Reiner Schock freute sich, die jungen Menschen in die „Schreinerfamilie“ aufzunehmen. In seiner Ansprache empfahl er den zukünftigen Gesellen selbstbewusst und verantwortungsvoll der neuen Lebensphase entgegenzusehen. Dabei spielen nicht nur die Tugenden eine wichtige Rolle, die Kreativität darf im Schreinerhandwerk ebenfalls auf keinen Fall zu kurz kommen. Er veranschaulichte auch die vielseitigen Wege, die den bevorstehenden Gesellen nun offen stünden. Ob ein Studium als Architekt oder die Weiterbildung als Meister, das lebenslange Lernen sei für das Schreinerhandwerk von großer Bedeutung.  

Der stellvertretende Prüfungsausschussvorsitzende Heinrich Westhold erinnerte an die soziale Verantwortlichkeit, die die jungen Schreiner nun trügen. Nachhaltigkeit spiele im Schreinerberuf eine maßgebende Rolle. Es liege in der Verantwortung des Schreiners, das heimische Holz wertzuschätzen und die Erde zu respektieren. Eine weitere Herausforderung sei es, bei der Herstellung von Möbel darauf zu achten, werkstoffgerechte Konstruktionen hervorzubringen und das Material Holz seinen unterschiedlichen Eigenschaften entsprechend zu bearbeiten und zu „verwöhnen“.

Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Rüdiger Pyck gratulierte den Jugendlichen und blickte voller Freude auf seine Kindheit zurück. Er selbst saß als kleiner Junge oft auf der Werkbank und bewunderte die Vielfältigkeit dieses Handwerks. Von der Planung über Materialauswahl bis hin zur Konstruktion: die nötige Kompetenz, die im Handwerk heutzutage von Schreinern benötigt wird, fasste Pyck in einer Redewendung zusammen: „So wie der Schreiner kann’s keiner“.

Thomas Brunner, Schulleiter der Friedrich-Hecker-Schule, animierte die Auszubildenden, den Kontakt zur Schule weiterhin zu pflegen und im gemeinsamen Austausch sich gegenseitig mit neuen Ideen zu bereichern. Er freue sich auch in ein paar Jahren den einen oder anderen ehemaligen Auszubildenden als zukünftigen Lehrer einstellen zu dürfen. Dies ist in der Tat für die Friedrich-Hecker-Schule kein Novum. Einen großen Dank sprach der Schulleiter den ausbildenden Betrieben aus. Ohne die reibungslose Kooperation zwischen den lokalen Schreinereien und der Friedrich-Hecker-Schule wäre eine erfolgreiche und professionelle Ausbildung im Kraichgau nicht möglich.

Bevor jedoch die Auszubildenden den Handwerkseid ablegen durften, hatte Frank Schüssler in Anwesenheit mit seinen Kollegen Bernd Roller und Peter Huxel noch eine kleine Überraschung für sie parat. In einem amüsanten Bildvortrag konnten die Gäste die Gesellenstücke bestaunen. Diverse Möbelstücke wie zum Beispiel Vitrinen, Wandschränke oder Fernsehmöbel wurden von den Auszubildenden selbstständig geplant, entworfen und gefertigt. Ob mit verschiedenen Vollhölzern oder furnierten Holzwerkstoffen, jedes dieser Werkstücke war ein authentisches Unikat. Weitere Bilder dokumentierten die Arbeitsprobe der Auszubildenden und riefen bei manchen ein Schmunzeln über die Erinnerungen an die Zeit, aber vor allem Zufriedenheit hervor.

Im Anschluss daran wurden die Auszubildenden in den Gesellenstand erhoben und durften die ersehnten Gesellenbriefe entgegennehmen. Für ihre besonders guten Leistungen, wurden die Gesellen Samuel Dzatkowski (HD-Schreinerei Achim Dworschak, Sinsheim), Lukas Frey, (AMEND Holz Design Manufaktur, Eschelbronn) und Jan Thürwächter (FUCHS DESIGN Peter Fuchs GmbH, Bruchsal) mit zusätzlichen Geschenken ausgezeichnet.

Danach saßen die „frisch geschnitzten“ Gesellen mit ihren Gästen und Lehrern noch gemütlich beim Abendessen beisammen und blickten glücklich und stolz auf die letzten drei Jahre zurück. An diesem Abend war allen anwesenden Gästen klar, es ist genau dieser herzliche und familiäre Charakter, der das noble Schreinerhandwerk in unserer Region ausmacht.

Hier ein paar Eindrücke der Gesellenstücke:

Artikel vom: 06/10/2019