Exkursion der Jahrgangsstufe 2 zur KZ-Gedenkstätte Dachau

Die gesamte Jahrgangsstufe 2 unternimmt gemeinsam mit ihren GGK-Lehrerinnen und Lehrer eine Exkursion an die KZ-Gendenkstätte in Dachau

Am 17. September 2019 war es endlich soweit, die Exkursion in das ehemalige Konzentrationslager Dachau stand an. Die gesamte Jahrgangsstufe 2 der FHS machte sich auf den Weg nach Dachau. Nach den allerletzten Sommerferien des Abschlussjahrgangs waren alle voller Tatendrang und Energie, was auch durch die vierstündige Busfahrt nicht verloren ging. Nach der Ankunft auf dem Gelände – das übrigens mitten in einem Wohngebiet liegt – begann der Rundgang mit vielen spannenden Informationen.

Einen ersten Eindruck von dem, was uns in den nächsten Stunden erwarten sollte, konnten wir bereits am Eingangstor erhalten. Hier war der zynische und bekannte Satz „Arbeit macht frei“ zu lesen. Beim Anblick von außen konnte man kaum erahnen, welche menschenverachtenden Taten sich damals hinter den Mauern und Zäunen abgespielt haben.

Ganz anders sah es aus, als wir dann den Innenhof betreten durften. Uns erwartete zunächst ein riesiger Appellplatz. Die nachgebildeten Baracken erinnerten eher an Ställe für Vieh mit Betten darin, die so klein waren, dass bestimmt kein normaler Mensch darin liegen konnte. Dort bekamen wir später erklärt, dass bis zu 3000 Häftlinge in eine Baracke gesteckt wurden, die lediglich für knapp dreihundert Personen ausgelegt war.

Dies waren nicht die einzigen schockierenden Tatsachen, über die wir an diesem Tag im Konzentrationslager informiert wurden. Der Alltag eines Häftlings schien mit ca. 16 Stunden harter körperlicher Arbeit und ohne ausreichend Nahrung extrem grausam gewesen zu sein. Dazu kam, dass alle Häftlinge der Willkür des SS-Wachpersonals schutzlos ausgeliefert waren. Selbst kleinste Vergehen wurden mit harten Strafen wie Prügel, Folter, Essensentzug oder dem Tod geahndet, wie uns berichtet wurde. Je länger wir dort waren, desto bewusster wurde uns, mit welcher Respektlosigkeit und Brutalität damals mit diesen Menschen umgegangen wurde. Es wurde sehr deutlich, dass das KZ Dachau – wie alle Konzentrationslager in der Zeit des Nationalsozialismus – vor allem den Zweck hatte, Menschen durch Arbeit zu töten, oder besser gesagt, zu vernichten.

Zum grausamen „Höhepunkt“ unseres Besuches kam es, als wir zu den Krematorien kamen. Spätestens hier lief jedem ein Schauer über den Rücken. Auch wenn man sich dieses grausame Verhalten, das dort an der Tagesordnung war, heute beim Betreten des Geländes nur noch schwer vorstellen kann, blieb an diesem Tag niemand emotional unberührt.

Am Ende des Tages ging es dann – in nachdenklicher Stimmung – wieder zurück nach Sinsheim. Der Ausflug nach Dachau wird wohl für jeden auch noch lange über das Abitur hinaus in Erinnerung bleiben.

Linus Lehn et al.

Artikel vom: 05/10/2019