Die Jahrgangsstufe 2 besuchte die Mannheimer Faust-Inszenierung

Am 10.01.2020 stand der voraussichtlich letzte Schulausflug für die zukünftige „Elite Deutschlands“, wie Herr Herlings uns belustigend bezeichnet, an. Dieses Mal tauchten wir nicht in die Zeit des Nationalsozialismus ein, sondern begaben uns in die hinterlistigen Hände von Fausts Mephisto. Im Nationaltheater in Mannheim sollten wir uns komplett auf unsere Pflichtlektüre „Faust – Der Tragödie erster Teil“ einlassen und sahen uns dazu eine Theaterinszenierung an. Wir stellten uns auf ein trockenes Schauspiel mit hochgestochener Sprache ein, doch als wir im Theatersaal zunächst nur eine Holzwand mit einem projizierten Bild des Fausts sehen konnten, wurde uns klar, dass uns etwas anderes erwarten würde als gedacht.

Die Tragödie startete mit einem Live-Video, dass uns nicht nur hinter die Kulissen der Bühne blicken ließ, sondern auch hinter die des Lebens von Heinrich Faust. Das verkümmerte und unzufriedene Leben erinnerte viele von uns an den Steppenwolf, sodass wir Parallelen knüpfen konnten. Doch dies war nicht das einzige, was uns auffiel. Das Theaterstück wurde nicht dem Autor getreu wiedergegeben, sondern auf eine Art, wie der Regisseur es verstand. Dies ermöglichte uns einen ganz neuen und erfrischenden Blick auf die Tragödie. Dabei sorgten mehrere Mephistopheles und lustige Masken einige Male für ein Schmunzeln und Lächeln. Am Ende des Theaterstücks konnten wir nach einer kurzen Pause bei einem 20-minütigen Publikumsgespräch unsere Fragen und Eindrücke mit dem Schauspielern teilen. Goethes Faust lehrte uns dabei nicht nur, dass das Spiel mit dem Teufel ein gefährliches ist, sondern dass es durchaus Freude bringen kann, eine solch anspruchsvolle Tragödie auf eine andere, aber sehr belebende Art zu erfahren.

 

Linus Lehn und Nico Hohenstatt

Artikel vom: 29/01/2020